Tag 41: Anwesenheit zählt

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kinkoleVorerst letzter Ausflug. Es geht nach Kinkole, wieder ein Termin mit den dortigen Fischern. Die dortigen Fischer wollten vor meiner Abreise unbedingt noch ein Treffen. Mich wundert das, schließlich habe ich bei den bisherigen Fischertreffen habe ich außer ein bisschen Winken nicht viel geleistet. Lucien meint, sie würden sich über meine bloße Anwesenheit freuen. Der Umstand, dass sich jemand aus Europa bis hierher bemüht hat, würde ihnen viel bedeuten. Am Ende des Treffens bitten mich die Fischer jedoch, auch mal was zu sagen. Ich stehe auf und stammle ein paar Dankesworte, das Beste was ich mit meinen wackeligen Lingála-Kenntnissen eben hinbekomme. Die Fischer sind begeistert, sie lachen und applaudieren wild. Es ist tatsächlich ziemlich egal, was ich sage. Sie freuen sich schlichtweg, dass ich mich überhaupt bemühe, ihre Sprache zu sprechen.

Auf dem Rückweg kommen wir an einer Begräbnisfeier vorbei. Von Schwarz keine Spur: die Trauergäste sind in schrillen Farben gekleidet, der Sarg mit violetten Stoffen verhängt. Lucien erzählt mir, dass von einem grausamen Ritual, das früher gerade auf den Dörfern weit verbreitet war und auch heute noch ab und an durchgeführt wird: Wenn ein junger Mensch unerwartet stirbt, wird angenommen, dass Hexerei im Spiel gewesen sei. Um herauszufinden, wer den Toten verhext hat, achten die Trauergäste auf den Pfad der Sargträger: Driften sie beim Transport der Leiche zur einen Seite hin ab, stammt der Hexer aus der Familie der Mutter, driften sie zur anderen Seite hin ab, wird die Familie des Vaters für den Tod verantwortlich gemacht.