Tag 44: Heimwärts

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—   Keine Palmen mehr, fürs Erste

greifswaldLange Afrika-Aufenthalte sind gefährlich, meint Lucien. Nicht des Risikos wegen, von Krokodilen oder wütenden Flusspferden verspeist zu werden – sondern weil man all zu schnell an den dortigen Lebensstil adaptiere und dann Probleme hätte, sich wieder in den europäischen Alltag zu gewöhnen. Ob das stimmt, wird sich noch herausstellen. Freue ich mich auf Daheim? Werde ich den Kongo vermissen? Schwer zu sagen. Die beiden Orte sind schlichtweg zu unterschiedlich. Die vergangenen zwei Monate waren wunderbar, als dauerhafter Zustand wäre ein Leben im Kongo aber schlichtweg nicht auszuhalten.

Was mir fehlen wird: Lucien und seine Familie. Das Chaos in der Innenstadt Kinshasas. Die brennenden Müllberge überall. Dauerhupen, Gebrüll, prügelnde Kongolesen am Wegrand. Die Wasserverkäufer, die auf ihren Köpfen unzählige tropfende Beutelchen balancieren, um die wartenden Autos schleichen und mit einem Zutschgeräusch auf ihre Ware aufmerksam machen. Die wilden Fahrten durch das kongolesische Hinterland. Der Schmutz in Haaren und Lungen.

Ich bin wieder in Deutschland. Alles ein wenig vertrauter, zugegeben – allerdings sieht es nicht so aus, als würde die Erlebnisdichte in nächster Zukunft abnehmen: Ein Diplom in Psychologie (hat man mir während meiner Abwesenheit zuerkannt), dafür aber keine Idee, was ich damit anstellen soll. Ein Rucksack voller schmutziger Wäsche und Gefahrengüter, dafür aber keine Wohnung.

Wohlauf, altes Salzfass, einem unbekannten Schicksal entgegen!