Tag 9: Giftschlangen und Batteriesäure

kinshasaIn Sachen Coolness macht den hiesigen katholischen Mönchen kaum einer was vor, wenn sie sonnenbebrillt in ihrem blitzenden Toyota Landcruiser sitzen, in einem Affentempo durch Kinshasa heizen und sich dabei den Weg freihupen. Heute sind wir zusammen mit ihnen zu einem kleineren Kloster abseits der Stadt gefahren, um dort eine Photovoltaikanalage zu installieren. Es wurde viel geschraubt, geschwitzt und diskutiert. Als irgendwann der Schaltkreis fertig installiert war und unsere testweise angeschlossene Glühbirne leuchtete, applaudierten wir und fielen uns in die Arme.

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Die Methode der Ordensbrüder, um zu testen, ob das hier auch wirklich der Schwefelsäurekanister zur Befüllung der Batterien ist: Finger in den Kanister stecken und dann mit der Zungenspitze vorsichtig kosten. Neben Batteriesäure gab es heute auch ein wenig Alkohol. Zum einen kongolesisches Bier[1], zum anderen masanga ya mbila, eine Art Palmenmost, der äußerst süß, bitter und sauer schmeckt, alles zur gleichen Zeit. Serviert wird das Getränk zusammen mit einem Stück Wurzel. Das helfe gegen Malaria, erzählen die Mönche.

Beim Telefonieren sah Lucien heute eine Schlange, eine unscheinbare kleine Giftschlange, die sich neben ihm im Gras schlängelte. Sofort wurde einer der Gärtner herbeigerufen, der die Schlange mit mehreren Beilhieben erlegte. Seitdem sind wir alle ein wenig schlangenängstlich und erschrecken beim kleinsten Rascheln im Gras. Meistens ist es dann nur ein Huhn oder ein niedlicher kleiner Gecko. Aber könnte es nicht doch…?

Mönche beim "masanga ya mbila"-Trinken im Garten

—   Mönche beim “masanga ya mbila”-Trinken im Garten

0307IMG_8029web  —   "njoka, njoka!"0307IMG_8019web

 


[1] beliebte Marken sind unter anderem PRIMUS, MÜTZIG und SKOL. Die schmecken tatsächlich ziemlich gut. Laut Lucien ist der Vertrieb von Bier das Einzige, was im Kongo wirklich reibungslos funktioniert.