Tag 17: Mbanza-Ngungu

mbanza-ngunguDer dritte Tag unseres Niederkongo-Ausflugs. Heute geht es nach Mbanza-Ngungu. Das ist Kikongo und bedeutet so viel wie „Ngungu-Stadt“. Wir sind hier, um uns mit einer lokalen Initiative vertraut zu machen, die hier selbst ein Entwicklungshilfeprojekt auf die Beine stellen will und dazu unsere Hilfe braucht, etwa bei der Beantragung von deutschen Fördergeldern. Das große Problem des Niederkongos ist Wasser. Gerade in den dörflichen Regionen muss man oft sehr weit laufen, um an sauberes Wasser zu kommen. Deswegen will die Initiative das Geld auftreiben, um in den umliegenden Dörfern sieben Quellen auszubauen. Mir ist das Projekt recht sympathisch, allerdings bin ich mir noch nicht sicher, wie realistisch das Vorhaben ist. Beispielsweise gab es schon einmal ein ähnliches Quellen-Projekt einer ausländischen Entwicklungshilfe-Organisation. 0307IMG_8244webDie entstandenen Wasserzugänge sind aber recht schnell verwahrlost und inzwischen nicht mehr zu benutzen. Die jetzige Initiative will die Bevölkerung beim Bau der Quellen mit einbeziehen und das Ganze von Anfang an zu „deren“ Angelegenheit machen.

Abends besichtigen wir die örtliche Universität und die dazugehörigen Studentenwohnheime, natürlich streng nach Geschlecht getrennt. Die in Greifswald immer noch vereinzelt üblichen Zwei-Personen-Zimmer werden zumeist als große Zumutung angesehen und führen regelmäßig zu Zwist und Zerwürfnissen. Hier in Mbanza-Ngungu schläft man mitunter zu vierunddreißigst in einem Raum. In den Mädchenschlafsälen müssen sich immer zwei Studentinnen eine schmale Matratze teilen, schlafen also notgedrungen eng aneinander gekuschelt.

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—   Mädchenschlafsaal, Studentenwohnheim der Universität Boma

Wir übernachten (auf getrennten Matratzen, wohlgemerkt) in einem hübschen Kloster am Rande der Stadt. Morgen geht es wieder zurück nach Kinshasa, und dann hoffentlich bald auf nach Inongo, zum Lac Mai-Nodmbe, dem Schwarzwasser-See. Doch vorerst müssen wir Benzin für das Motorboot besorgen, das uns nach Inongo bringen soll. Es kann also noch dauern.

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—   Das Kloster, in dem wir die Nacht verbringen