Tag 29: Küchendienst

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kinshasaKochen mit Blandine und den Zwillingen: Es soll Geflügel geben. Blandine bringt Hühnchen vom Markt mit. Und zwar am Stück und lebend. Ich habe ein Drittel meines Lebens auf dem Dorf verbracht, und dennoch: Noch nie in meinem Leben habe ich ein Tier geschlachtet und ausgenommen. Geflügel gab es bei mir meistens als Filet aus dem Supermarkt. Benedicte und Vanessa halten mir die Barack-Obama-Plastiktüte mit dem (inzwischen toten) Huhn unter die Nase. „Hast du wirklich noch nie in deinem Leben ein Huhn gerupft?“, fragen sie mich und grinsen. Ich schüttle den Kopf und sie zeigen mir, wie es geht. Mit ihren abwechselnd rot und blau lackierten Fingernägeln rupfen sie vergnügt die Federn aus dem toten Tier, mit einer Selbstverständlichkeit, als würden sie gerade den Abwasch machen. Danach wird das Hühnchen zerteilt, mit einer Marinade aus Tomate und Ingwer eingerieben und über dem Feuer erhitzt. Auch die Eier, die Blandine aus dem Inneren des Tiers geholt hat, kommen mit in den Topf. Blandine besteht darauf, dass ich sie alle esse, sowohl das Fertige als auch die noch unfertigen Eier. Es gruselt mich ein wenig vor den kleinen, gelben Blasen. Sie schmecken einwandfrei. Und dennoch – wenn man mit den körperlichen Prozessen des Tiers, das man gerade verspeist, nicht so direkt konfrontiert wird, isst es sich unbekümmerter. Die Eierschalen, die ich beiseite gelegt habe, steckt sich Blandine in den Mund, zutscht die Marinade ab, spuckt die Schale wieder aus und lacht vergnügt.

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