Tag 33: Auf zu neuen Ufern

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—   Unser Motorboot ist da!

isaka

Eine weitere Nacht in Isaka. Wir stehen zeitig auf und machen uns auf den Weg zum Hafen, wo bereits der Chauffeur auf uns wartet. Wir steigen in ein hübsches, hellblaues Motorboot mit abblätterndem Lack, legen unsere Schwimmwesten an und fahren los. Bisher war ich ausschließlich in hand- oder fußbetriebenen Booten unterwegs, in einem Motorboot sitze ich heute zum ersten Mal. Mir gefällt es auf Anhieb. Die Landschaft rast nur so an uns vorbei, meine Haare flattern im Zugwind hin und her, und die Wasseroberfläche fühlt sich hart wie Asphalt an. Wir besuchen einige kleinere Dörfer in der Umgebung. Überall hat Lucien seine Finger im Spiel: Die einen brauchen ein paar Stecklinge, um Futter für ihre Kühe anzubauen, die anderen wollen einen kleinen Kanal graben oder eine Solaranlage installieren und brauchen seinen Rat.

0307IMG_8728webHeute probiere ich zum ersten Mal Zuckerrohr. Um die Pflanze zu schlachten, drischt man mit einer Machete so lang auf den Ast ein, bis man sich ein Stück abbrechen kann. Dann entfernt man die Rinde – mit den Zähnen . Anschließend beißt man sich ein Stück Holz ab und mampft kräftig. Beim Zerkauen sondert die Pflanze ihren zuckrigen Saft ab. Es schmeckt köstlich, beinahe ein wenig zu süß, um pur gegessen zu werden. Der holzige Rest ist zu zäh, um so gegessen zu werden. Man spuckt ihn aus und beißt sich ein neues Stück ab. Ich kann nicht genug davon bekommen. Nachts träume ich davon, eine Rohrzuckermanufaktur im Kongo aufzubauen.

 

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